✶ Astronomie · Nachschlagen
Sternbilder am Himmel
Von den 88 offiziellen Sternbildern sind die zwölf Tierkreis-Sternbilder die bekanntesten. Hier findest du sie im Überblick — mit lateinischem Namen, bester Sichtbarkeit und Mythologie — dazu vier berühmte Konstellationen, die jeder am Himmel erkennen kann.
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Die 12 Tierkreis-Sternbilder
| Sternbild | Lateinisch | Beste Sichtbarkeit | Mythologie |
|---|---|---|---|
| ♈ Widder | Aries | Herbst (Nov–Dez) | Der goldene Widder, dessen Vlies in der Argonauten-Sage gesucht wurde. |
| ♉ Stier | Taurus | Winter (Dez–Jan) | Der Stier, in den sich Zeus verwandelte; enthält die hellen Plejaden. |
| ♊ Zwillinge | Gemini | Winter (Jan–Feb) | Die Brüder Castor und Pollux, untrennbares Geschwisterpaar der Sage. |
| ♋ Krebs | Cancer | Frühling (Feb–Mär) | Die Krabbe, die Herakles im Kampf gegen die Hydra zwickte — lichtschwach. |
| ♌ Löwe | Leo | Frühling (Mär–Apr) | Der Nemeische Löwe, den Herakles als erste seiner Aufgaben bezwang. |
| ♍ Jungfrau | Virgo | Frühling (Apr–Mai) | Oft als Göttin der Ernte gedeutet; mit dem hellen Stern Spica. |
| ♎ Waage | Libra | Sommer (Mai–Jun) | Die Waage der Gerechtigkeit, früher als Scheren des Skorpions gesehen. |
| ♏ Skorpion | Scorpius | Sommer (Jun–Jul) | Der Skorpion, der den Jäger Orion stach; mit dem roten Stern Antares. |
| ♐ Schütze | Sagittarius | Sommer (Jul–Aug) | Der Zentaur als Bogenschütze; in seiner Richtung liegt das Zentrum der Milchstrasse. |
| ♑ Steinbock | Capricornus | Spätsommer (Aug–Sep) | Das Ziegen-Fisch-Wesen — eines der lichtschwächsten Tierkreisbilder. |
| ♒ Wassermann | Aquarius | Herbst (Sep–Okt) | Der Wasserträger, der den Göttern den Becher reicht; ausgedehnt und blass. |
| ♓ Fische | Pisces | Herbst (Okt–Nov) | Zwei durch ein Band verbundene Fische der antiken Sage. |
Die angegebene Jahreszeit ist die Zeit, in der das Sternbild abends am höchsten und damit am besten zu sehen ist (mitteleuropäischer Himmel).
Bekannte Konstellationen ausserhalb des Tierkreises
✶ Grosser Wagen / Grosser Bär (Ursa Maior)
Der „Grosse Wagen" ist nur ein Teil des Sternbilds Grosser Bär. Seine hinteren Kastensterne weisen zum Polarstern — ganzjährig am Nordhimmel sichtbar.
✶ Orion
Das markanteste Wintersternbild: drei Gürtelsterne in einer Reihe, dazu die hellen Schultern Beteigeuze und Rigel sowie der berühmte Orionnebel.
✶ Kassiopeia
Ihr charakteristisches „W" steht dem Grossen Wagen am Nordhimmel gegenüber und ist das ganze Jahr sichtbar.
✶ Schwan (Cygnus) / Kreuz des Nordens
Im Sommer hoch am Himmel; seine Hauptsterne bilden ein grosses Kreuz, das in der Milchstrasse zu fliegen scheint. Hellster Stern: Deneb.
Sternbild oder Sternzeichen — wo ist der Unterschied?
Beide tragen oft denselben Namen, meinen aber Verschiedenes. Ein Sternbild ist eine reale Gruppe von Sternen am Himmel — eine Konstellation, die die Internationale Astronomische Union mit festen Grenzen definiert (insgesamt 88 Stück). Ein Sternzeichen dagegen ist ein Begriff der Astrologie: ein gleich grosser 30°-Abschnitt des Tierkreises, in dem die Sonne zu deiner Geburtszeit stand.
Weil sich die Erdachse über Jahrtausende langsam verschiebt (Präzession), haben sich Sternzeichen und gleichnamige Sternbilder auseinanderbewegt. Wer heute als „Widder" geboren ist, hatte die Sonne astronomisch meist noch im Sternbild Fische. Die zwölf Zeichen sind ausserdem alle exakt 30° breit, die realen Sternbilder dagegen unterschiedlich gross — die Sonne durchquert sogar ein dreizehntes, den Schlangenträger.
Hinweis
Die Sichtbarkeitsangaben gelten für freie Sicht am dunklen Nachthimmel der mittleren Nordhalbkugel. Stadtlicht, Jahreszeit und Wetter beeinflussen, was tatsächlich zu erkennen ist.
Was sind Sternbilder?
Ein Sternbild ist eine Gruppe von Sternen, die von der Erde aus betrachtet ein Muster am Himmel zu bilden scheinen. Tatsächlich stehen die einzelnen Sterne meist in völlig unterschiedlichen Entfernungen hintereinander — sie wirken nur durch unsere Blickrichtung wie zusammengehörig.
Schon vor Jahrtausenden verbanden Menschen helle Sterne zu Figuren von Tieren, Helden und Gegenständen, um sich am Himmel zu orientieren und Geschichten zu erzählen. Diese Muster haben sich bis heute gehalten.
Wie viele Sternbilder gibt es?
Offiziell gibt es 88 Sternbilder. Die Internationale Astronomische Union hat den Himmel im Jahr 1922 in genau diese 88 Bereiche eingeteilt und 1930 ihre Grenzen festgelegt. Damit gehört heute jeder Punkt am Himmel eindeutig zu einem Sternbild.
Zwölf davon sind besonders bekannt: die Sternbilder entlang des Tierkreises, durch die die Sonne im Lauf des Jahres scheinbar wandert. Genau diese zwölf zeigen wir dir unten.
Sternbild oder Sternzeichen — der wichtige Unterschied
Hier lohnt es sich, genau hinzusehen, denn beides ist nicht dasselbe. Ein Sternbild ist ein echtes Muster aus Sternen am Nachthimmel — Astronomie. Ein Sternzeichen (genauer: Tierkreiszeichen) ist dagegen ein gleich großer Abschnitt der Ekliptik in der Astrologie, der zwar nach den Sternbildern benannt ist, aber nicht deckungsgleich mit ihnen liegt.
Schuld daran ist die Präzession: Die Erdachse beschreibt über rund 26.000 Jahre einen langsamen Kreis, wodurch sich die Tierkreiszeichen über die Jahrtausende gegenüber den Sternbildern verschoben haben. Wer heute „Sternzeichen Widder" ist, hatte zur Geburt die Sonne meist gar nicht im Sternbild Widder stehen. Kurz: Tierkreiszeichen ist nicht gleich Sternbild — das eine ist astrologische Deutung, das andere berechnete Astronomie.
Die zwölf Tierkreis-Sternbilder am Himmel
Diese zwölf Sternbilder liegen entlang der Ekliptik, der scheinbaren Jahresbahn der Sonne. Sie sind echte, am Himmel sichtbare Muster — die gleichnamigen Sternzeichen der Astrologie sind davon zu unterscheiden.
♈︎ Widder
Ein eher unscheinbares Sternbild des Herbst- und Winterhimmels mit nur wenigen helleren Sternen. Trotzdem traditionsreich, weil es lange als Frühlingspunkt der Tierkreis galt.
Sternzeichen Widder →♉︎ Stier
Gut zu finden dank des hellen, rötlichen Sterns Aldebaran und des Sternhaufens der Plejaden. Der Stier ist eines der markantesten Wintersternbilder.
Sternzeichen Stier →♊︎ Zwillinge
Auffällig durch die beiden hellen Sterne Castor und Pollux, die wie ein Köpfepaar nebeneinanderstehen. Ein typisches Sternbild des Winterhimmels.
Sternzeichen Zwillinge →♋︎ Krebs
Ein lichtschwaches Sternbild zwischen Zwillingen und Löwe. Sein Schmuckstück ist der offene Sternhaufen Praesepe, die „Krippe", in dunklen Nächten als nebliger Fleck erkennbar.
Sternzeichen Krebs →♌︎ Löwe
Ein markantes Frühlingssternbild mit dem hellen Hauptstern Regulus. Die geschwungene Sternenreihe des „Sichel"-Musters formt anschaulich den Kopf des Löwen.
Sternzeichen Löwe →♍︎ Jungfrau
Eines der größten Sternbilder überhaupt, am Frühlings- und Sommerhimmel zu sehen. Ihr hellster Stern ist die bläuliche Spica.
Sternzeichen Jungfrau →♎︎ Waage
Ein eher unauffälliges Sommersternbild zwischen Jungfrau und Skorpion. Historisch wurde es einst als Scheren des Skorpions gesehen, bevor es eine eigene Waage wurde.
Sternzeichen Waage →♏︎ Skorpion
Ein prächtiges Sommersternbild tief am Südhimmel mit dem rötlichen Riesenstern Antares im Herzen. Seine geschwungene Sternenkette zeichnet anschaulich Körper und Schwanz nach.
Sternzeichen Skorpion →♐︎ Schütze
In Richtung Schütze blicken wir zum Zentrum unserer Milchstraße — entsprechend sternreich ist die Region. Bekannt ist das Muster der „Teekanne".
Sternzeichen Schütze →♑︎ Steinbock
Ein lichtschwaches Sternbild des Spätsommer- und Herbsthimmels mit einer dreieckigen Grundform. Es liegt unauffällig zwischen Schütze und Wassermann.
Sternzeichen Steinbock →♒︎ Wassermann
Ein großes, aber eher unscheinbares Herbststernbild ohne sehr helle Sterne. Es liegt in einer Himmelsregion, die traditionell mit Wasser-Sternbildern verbunden ist.
Sternzeichen Wassermann →♓︎ Fische
Ein ausgedehntes, lichtschwaches Herbststernbild aus zwei „Fischen", die durch ein Band verbunden sind. Hier liegt heute der Frühlingspunkt der Sonne.
Sternzeichen Fische →Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sternbild und Sternzeichen?
Ein Sternbild ist eine reale Konstellation am Himmel; das Sternzeichen ist ein 30°-Abschnitt des Tierkreises in der Astrologie — beide tragen oft denselben Namen, decken sich aber nicht exakt.
Wie viele Sternbilder gibt es?
Die Internationale Astronomische Union zählt 88 offizielle Sternbilder.
Sieht man alle Sternbilder?
Nein — welche sichtbar sind, hängt von Jahreszeit und geografischer Breite ab.
Wie viele Sternbilder gibt es offiziell?
Es gibt 88 offiziell anerkannte Sternbilder. Die Internationale Astronomische Union hat den gesamten Himmel in diese 88 Bereiche eingeteilt, sodass jeder Punkt eindeutig einem Sternbild zugeordnet ist.
Ist mein Sternzeichen dasselbe wie das Sternbild?
Nein. Das Sternbild ist ein echtes Muster aus Sternen, das Tierkreiszeichen ein gleich großer Abschnitt der Ekliptik in der Astrologie. Durch die Präzession der Erdachse haben sich beide über die Jahrtausende gegeneinander verschoben.
Warum sehe ich nicht alle zwölf Tierkreis-Sternbilder gleichzeitig?
Weil die Erde sich um die Sonne bewegt, ändert sich der Nachthimmel im Lauf des Jahres. Manche Tierkreis-Sternbilder stehen gerade am Tageshimmel und sind dann von der Sonne überstrahlt.
Welche Sternbilder sind am leichtesten zu finden?
Stier mit Aldebaran und den Plejaden, die Zwillinge mit Castor und Pollux sowie der Löwe mit Regulus gelten als besonders gut erkennbar. Lichtschwache wie Krebs oder Steinbock brauchen einen dunklen Himmel.
Gehören die Sternbilder zur Astronomie oder Astrologie?
Die Sternbilder selbst sind Astronomie — beobachtbare, vermessene Muster am Himmel. Die Astrologie nutzt nur ihre Namen für die Tierkreiszeichen und deutet sie; das ist Deutung und Unterhaltung, kein astronomischer Fakt.